„Wir wollen Kinder und Jugendliche stark machen“

Ein Interview mit Birgit Klesper, Prof. Wolfgang Schuster und Timotheus Höttges

Am 15. März startet die diesjährige Ausschreibung der „Ich kann was!“-Initiative. Absender der Ausschreibung wird erstmals die Deutsche Telekom Stiftung sein, die seit Jahresbeginn Träger der bundesweit erfolgreichen, von der Deutschen Telekom AG ins Leben gerufenen Initiative ist. Was dieser Übergang für Unternehmen und Stiftung, vor allem aber die geförderten Einrichtungen bedeutet, erläutern Timotheus Höttges und Birgit Klesper für die Deutsche Telekom sowie Professor Dr. Wolfgang Schuster für die Stiftung.

Herr Höttges, warum hat sich die Telekom entschlossen, „Ich kann was!“ auf die Stiftung zu übertragen?

„Ich kann was!“ ist eines unserer erfolgreichsten Vorhaben im Bereich Corporate Responsibility. In den vergangenen acht Jahren haben wir mit unserer Förderung mehr als 1.100 Einrichtungen und rund 75.000 Kinder und Jugendliche erreicht. In meiner Funktion als Vorsitzender des Beirats habe ich immer wieder junge Menschen aus den geförderten Projekten näher kennengelernt und war tief beeindruckt, mit welchem Selbstbewusstsein und Gestaltungswillen sie an die Dinge herangehen. Im Beirat haben wir daher seit längerem darüber diskutiert, wie die hervorragende Arbeit der Einrichtungen noch stärker und kontinuierlicher gefördert werden könnte. Beim Stichwort „Verstetigung“ kam die Stiftung ins Spiel, denn bei deren Engagement geht es ja genau darum: Projekte und Modelle im Bildungsbereich schaffen, die dauerhaft wirken.

Herr Professor Schuster, die Telekom-Stiftung steht für gute Bildung in der digitalen Welt. Wie passt das zu offener Kinder- und Jugendarbeit und zu „Ich kann was!“?

Sehr gut! Unserer Stiftungsidee folgend wollen wir vor allem eine Bildungsarbeit machen, die sich langfristig für die Kinder und Jugendlichen auszahlt. Dazu haben wir in den 13 Jahren unseres Bestehens vor allem mit Kitas, Schulen und Hochschulen zusammengearbeitet, um beispielsweise Erzieher und Lehrer in ihrer täglichen Praxis zu unterstützen. Doch auch im non-formalen, im außerschulischen Bereich wird eine ungemein wichtige, ich würde sagen unerlässliche Bildungsarbeit geleistet. Wir erreichen hier viele Kinder und Jugendliche, die im „System Schule“ weniger zugänglich sind. Das trifft zum Beispiel für viele Institutionen wie etwa Sportvereine und Kulturinitiativen zu, es gilt aber vor allem für die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in denen fundierte pädagogische Arbeit von eigens dafür ausgebildeten Erziehern und Sozialpädagogen geleistet wird. Die Häuser, die in den letzten Jahren über „Ich kann was!“ gefördert wurden, sind eindrucksvolle Beispiele dafür. Wir haben uns bereits zum Jahreswechsel 2015/2016 dazu entschieden, außer mit Kitas, Schulen und Hochschulen verstärkt auch mit anderen Bildungsinstitutionen zu kooperieren. Da passte es einfach, die Initiative zu übernehmen und als Stiftungsprojekt weiterzuführen.

Frau Klesper, Sie sind Vorsitzende des Vereins „Ich kann was!“ und begleiten den Übergang vom Unternehmen zur Stiftung. Was bedeutet der Wechsel für den Verein und was für die Einrichtungen?

Zunächst einmal haben wir durch die Integration der Initiative in die Stiftung einen verlässlichen und erfahrenen Träger für die Vereinsarbeit gefunden, dessen Intentionen voll im Einklang mit den Zielen und Aufgaben des Vereins stehen. Aus diesem Grund wird die formale Struktur und Trägerschaft des Vereins nicht länger benötigt, so dass dieser im Laufe des Jahres 2017 aufgelöst werden kann. Selbstverständlich haben alle Förderzusagen aus der Ausschreibungsrunde 2016 uneingeschränkte Gültigkeit. Alle Einrichtungen haben die ihnen zugesagten Mittel bereits erhalten und können ihre Arbeit wie geplant in diesem Jahr umsetzen. Auch auf die bewährte Unterstützung durch das Projektbüro können die Häuser weiterhin bauen. Die Begleitung und Dokumentation der Projektarbeit erfolgt auch zukünftig in gewohnter Weise. Zum 15. März startet dann die neue Ausschreibung. Das operative Geschäft übernehmen die Kolleginnen und Kollegen der Stiftung und werden die Aufgaben der Initiative fortführen.

Herr Professor Schuster, die neue Ausschreibung trägt der Digitalisierung Rechnung, die auch vor der Bildung nicht Halt macht…

Kinder und Jugendliche brauchen zunehmend digitale Kompetenzen, um in unserer Welt bestehen zu können und einen qualifizierten Arbeitsplatz zu finden. Diese Kompetenzen müssen in erster Linie in Kitas und Schulen vermittelt werden, aber auch die Kinder- und Jugendhilfe kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Gerade dort werden die jungen Menschen erreicht, die sich in der Schule schwer tun. Diese wollen wir gezielt fördern, damit möglichst alle Kinder und Jugendlichen eine Chance auf ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben in der digitalen Welt bekommen. Ansätze dafür, wie in der Kinder- und Jugendarbeit digitale Kompetenzen vermittelt werden können, gab es in den geförderten Projekten schon immer. Konkrete Erfahrungen werden jetzt auch im Rahmen einer Pilotierung in speziell auf Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit zugeschnittenen „Ich kann was!“-Medienwerkstätten gesammelt. In vier Berliner Häusern werden zu den Themenbereichen „Making & Repair“, „Computer, Internet & Social Media“, „Foto & Film“ und „Prgammieren & Robotik“ unterschiedliche Module erprobt, gemeinsam mit den beteiligten Pädagogen weiter entwickelt und Qualifizierungen angeboten.

Frau Klesper, die Arbeit der Initiative war nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt und beliebt. Werden wir auch in Zukunft von den Beispielen guter Praxis erfahren?

Auf jeden Fall. Die Website der Initiative ist nicht nur unter der gewohnten Adresse www.initiative-ich-kann-was.de weiterhin erreichbar, sie erscheint auch in einem neuen, zeitgemäß gestalteten Look. Auch zukünftig werden hier alle Förderprojekte und deren Vorhaben zu finden sein. Wer sich also über die aktuelle Projekte und Aktivitäten der „Ich kann was!“-Initiative informieren möchte, ist auf der Webseite genau richtig.

Herr Höttges, was erwarten Sie von „Ich kann was!“ in Zukunft?

Ich bin überzeugt davon, dass „Ich kann was!“ auch künftig viele Kinder und Jugendliche stark machen wird – stark, wenn es darum geht, individuelle Talente zu entfalten, den kreativen Umgang mit digitalen Medien zu erlernen, auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und damit zuversichtlich in eine digital geprägte Zukunft zu gehen.

Jetzt spenden und unterstützen...

Sie können mit dazu beitragen, dass noch mehr Kompetenz fördernde Projekte für Kinder und Jugendliche realisiert werden, indem Sie die Initiative durch eine Spende unterstützen

... via Überweisung

Deutsche Telekom Stiftung

IBAN: DE46 3708 0040 0205 1515 00
BIC: DRESDEFF370
Verwendungszweck: Ich kann was!-Initiative

Bei Angabe Ihrer Adresse im Verwendungszweck erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Bitte beachten Sie, dass bei Spenden bis 200 EURO der Kontoauszug als Nachweis gegenüber dem Finanzamt ausreicht.