Girls' Day am 27. April

Mädchen werden Erzieherinnen, und Programmierer sind männliche Nerds mit Brille? Nein, die Wirklichkeit ist anders, und der jährliche Girls’ Day zeigt das immer wieder aufs Neue. Einen ganzen Tag lang können Mädchen deutschlandweit in spannende Berufe hineinschnuppern, in denen der Frauenanteil noch immer unter 40% liegt. Mädchen sollen nämlich alles werden können, was sie wollen –  Bootsbauerin oder Ingenieurin, Mechanikerin oder Programmiererin. Anlässlich dieses wichtigen Mädchen-Zukunftstags sprechen wir mit Melina Koennecke, EDV-Dozentin und Roberta Coach, über die Roberta® Initiative und die Faszination von Robotern.

Liebe Melina, du bist seit 2016 Roberta Coach. Aber was und wer ist denn Roberta überhaupt?

Roberta ist der Name der Roberta® Initiative. Es geht um das Lernen mit Robotern. Diese Initiative wurde vom Fraunhofer-Institut IAIS (Intelligente Analyse-und Informationssysteme) 2002 ins Leben gerufen. In den Roberta Kursen werden Roboter nach eigenen Vorstellungen gestaltet und programmiert. Der Name „Roberta“ soll dabei natürlich die Mädchen besonders ansprechen. Die Faszination von Robotern wird genutzt, um Schülerinnen und Schülern Naturwissenschaften, Technik und Informatik spannend und praxisnah zu vermitteln. Zertifizierte Roberta Teacher führen die Kurse durch. In den Kursen muss mindestens ein Anteil von 50% Mädchen sein. Spezielle, gendergerechte Lehr- und Lernmaterialien berücksichtigen dabei den unterschiedlichen Zugang von Mädchen und Jungen zu MINT-Themen.

Kannst du uns ein Beispiel nennen, was sich die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in so einem Kurs aneignen?

Die Kinder erwerben in den Roberta Kursen viele technische und soziale Kompetenzen. Sie lernen zu konstruieren, zu programmieren und im Team zusammenzuarbeiten. Die Roboter werden zwar auf Basis des LEGO-MINDSTORM-Education-EV3 Systems gebaut, die Kinder werden aber schnell kreativ und bauen und programmieren die Roboter nach eigenen Vorstellungen und Wünschen.

Zum heutigen Girls’ Day: Das Konzept von Roberta richtet sich ja insbesondere an Mädchen. Wieso ist es denn sinnvoll und wichtig, Mädchen gezielt anzusprechen bzw. besondere Mädchen-Kurse anzubieten?

Die Roberta Kurse bieten Mädchen eine geeignete Lernumgebung, die ihre Interessen anspricht und berücksichtig. Dabei lernen die Mädchen, sich für technische Themen zu begeistern, die sie vorher oft gar nicht interessiert haben. Es gibt viele Beispiele von Mädchen, die erst durch die Erfahrungen in Roberta Kursen auf die Idee kommen, technische Berufe zu erlernen.

Kannst du uns vielleicht noch etwas zum Open Roberta Lab erzählen? Was ist das genau? Und könnte das für die offene Kinder- und Jugendarbeit interessant sein?

Das Open Roberta Lab ist eine frei verfügbare, grafische Programmierumgebung. Es wird nur ein gängiger Internet Browser benötigt. Das Programmieren kann dort einfach ausprobiert und intuitiv erlernt werden. Die Programme können in Simulationen ausprobiert oder z.B. auf die LEGO Roboter heruntergeladen werden. Da man wegen der Simulationen gar keine eigenen Roboter braucht, ist das Open Roberta Lab für alle Kinder und Erwachsenen geeignet, die Programmieren ohne technische Hürden erleben möchten.

Wieso ist es heutzutage denn so wichtig, Kompetenzen im Bereich „Programmieren & Robotik“ zu erlangen? Und können die Mädchen in ihrem Alltag davon überhaupt profitieren?

Einblicke in das Programmieren (Coden) zu bekommen ist wichtig, um einen Zugang in die uns überall umgebende digitale Welt zu bekommen oder diese sogar mitzugestalten. Mädchen benutzen genauso wie Jungen Smartphones und Computer. Sie verstehen durch diese Coding Kompetenzen die Zusammenhänge besser und erlangen technisches Selbstvertrauen.

Und eine persönliche Frage zu Schluss: Warum macht dir das Programmieren und Tüfteln mit Computern und Robotern so Spaß?

Mir macht vor allem Spaß, Kindern das Programmieren und Tüfteln näherzubringen und mitzuerleben, wie schnell sie lernen sich weiterentwickeln.

 

Melina Koennecke ist EDV-Dozentin und Roberta Coach. Von November 2016 bis April 2017 hat sie Qualifizierungen im Rahmen der „Ich kann was“-Medienwerkstätten angeleitet und Workshops für Kinder und Jugendliche in den beteiligten Jugendeinrichtungen gegeben.

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